XENION e. V. besteht seit 1986 als psychosoziales Behandlungszentrum für traumatisierte Geflüchtete sowie Opfer von Folter, Krieg und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen. Ihre Familien finden bei uns ebenfalls Unterstützung. Als politisch und religiös unabhängige, nichtstaatliche Menschenrechtsorganisation haben wir uns ein klares Ziel gesetzt: Wir bieten geflüchteten Menschen Schutz, professionelle psychotherapeutische Hilfe, soziale Beratung und Begleitung.

Unsere Arbeit folgt einem ganzheitlichen Ansatz. Im Rahmen unserer Erstberatungen erörtern wir zunächst sinnvolle Formen der psychotherapeutischen Behandlung, die wir dann bedarfsorientiert um kreative Ansätze und soziale Beratung ergänzen. Mit diesen Bausteinen stehen wir Klient:innen aller Altersgruppen zur Seite: Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Darüber hinaus koordinieren wir mehrere Ehrenamtsprogramme, in denen engagierte Berliner:innen geflüchteten Menschen helfen und unterstützen:

  • Unser Projekt akinda vermittelt ehrenamtliche Vormundschaften an unbegleitete minderjährige Geflüchtete.
  • Unser Mentor:innenprogramm bringt ehrenamtliche Mentor:innen mit Geflüchteten zusammen, die bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen auf Unterstützung angewiesen sind.
  • Unbegleitete minderjährige Geflüchtete werden darüber hinaus von unseren Vereinsvormund:innen vertreten.
  • In unserem Projekt der Aufsuchenden Arbeit identifizieren ehrenamtliche Psychotherapeut:innen besonders schutzbedürftige Geflüchtete in Wohnheimen und versorgen diese vulnerable Gruppe Geflüchteter über psychosoziale Angebote vor Ort bis hin zu Therapieplätzen in den Praxen des ehrenamtlichen Netzwerkes.
  • Unser Imagefilm bietet Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit und stellt einige der Gesichter vor, die hinter XENION stehen.
  • In unserem Flyer sind unsere Angebote und Kontaktmöglichkeiten zusammengefasst.
  • Unser Vorstand

    • Dr. Robert Brandt

      Betriebswirt und Politologe Vorstandsmitglied Dr. Robert Brandt ist Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien e.V., und ehemaliger Unternehmens- und Politikberater. Seine erste Berührungen mit dem Kirchenasyl hatte er bereits als Konfirmand, Seit vielen Jahren unterstützt er die Arbeit von XENION.

    • Norbert Klamt

      Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Kassenwart des Vorstands Norbert Klamt ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und setzt sich ehrenamtlich bei XENION e.V. als Kassenwart für den Verein ein.

    • Dr. Indina Niggemann

      Ärztin und Hausfrau Vorstandsvorsitzende seit vielen Jahren aktiv in der Flüchtlingsarbeit des evangelischen Kirchenkreises Zehlendorf

    • Jutta Weduwen

      Soziologin Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Mitglied im Sprecher:innenrat Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, Mitglied im Ökumenischen Vorbereitungsausschuss der Interkulturen Woche, XENION-Mentorin einer Familie aus Syrien

  • Unser Team

    Unser Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt unsere Klient:innen, Mentor:innen und Vormund:innen von der Beratung bis zur psychotherapeutischen Arbeit. Allen ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen und Fachkolleg:innen stehen wir mit Beratungs- und Supervisionsangeboten zur Seite. Diese Arbeit wird von unseren Dolmetscher:innen und Sprachmittler:innen erst ermöglicht. Den Rücken stärkt uns dabei das Team aus dem Verwaltungs- und Finanzbereich.

    Leitung

    • Anne Benzing

      Diplom-Politologin Leitungsteam; Leiterin des Fachbereichs Erwachsene und Familien

    • Janina Meyeringh

      Dipl.-Psych., Kinder- und Jugendlichen­psycho­therapeutin (KJP) Leitungsteam / Kinder- und Jugendlichen­psychotherapie

    • Jonas Stocker

      B.A. Nonprofit-, Sozial- & Gesundheitsmanager Leitungsteam/ Finanz- und Verwaltungsleitung

    Administration

    • Ahmed Balleh

      B.A. Rechtswissenschaft Office Management Dudenstraße

    • Kornelia Bleschke

      Diplom-Kauffrau Referentin für Projektsteuerung und Finanzen

    • Sophie de Maizière

      Klient:innen-Management und Mitarbeit Sekretariat Dudenstraße

    • Ditte Gransow

      Teamassistenz Teamassistenz und Klient:innenaufnahme Paulsenstraße

    • Sawsan Hamzat

      Kauffrau Büromanagement Verwaltungshelferin Projektmittelverwaltung und Buchhaltung

    • Bettina Lentz

      Finanzbuchhalterin Personalmanagement

    • Henrike Müller

      Kauffrau, Traumafachberaterin Klient:innen Management Paulsenstraße

    • Agatha Ruszkowska

      M.A. Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit Büroleitung/ Leitungsassistenz in Elternzeit

    • Jonas Stocker

      B.A. Nonprofit-, Sozial- & Gesundheitsmanager Leitungsteam/ Finanz- und Verwaltungsleitung

    • Susanne Witt

      Finanzsachbearbeiterin Projektabrechung und Controlling

    Psychotherapeutische Behandlung

    • Gerlinde Aumann

      Psychologin; Psychotherpeutin (HPG) Psychotherapeutin

    • Meike Behrends

      Systemische Paar- und Familientherapeutin

    • Liana Drews

      M.Sc. Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin Psychotherapeutin

    • Alina Ebers

      MSc Psychologie Projektleitung Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Systemische Beratung

    • Charlotte Freund

      Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in Elternzeitvertretung

    • Anna Hack

      Psychologische Psychotherapeutin

    • Dietrich Koch

      Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut Psychotherapie Erwachsene

    • Maria Książak

      Psychologin (MA) Psychologin

    • Annika Lehmann

      M.A. Klinische Sozialarbeit Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

    • Liliana Marinho de Sousa

      Diplom Pädagogin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin i.A. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

    • Janina Meyeringh

      Dipl.-Psych., Kinder- und Jugendlichen­psycho­therapeutin (KJP) Leitungsteam / Kinder- und Jugendlichen­psychotherapie

    • Pauline Morley

      Dipl. Psych., Psychologische Psychotherapeutin Psychologische Psychotherapie

    • Valiantsina Raketskaya

      M.Sc. pädagogische Psychologin Kinder- und Jugendpsychologin

    • Veronika Reck

      Dipl. Psychologin Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Elternzeit

    • Ariyan Sanati

      Psychotherapeut in Ausbildung

    • Silvia Schriefers

      Dipl.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin (VT) Psychologische Psychotherapie

    • Alexandra Schulz

      Gestalttherapeutin, Psychotherapeutin (HP), Traumatherapeutin, Körperpsychotherapeutin Bereichskoordination Psychosoziale Versorgung in Flüchtlingsunterkünften Steglitz-Zehlendorf

    • Tatjana Seehof

      Sozialwissenschaftlerin, systemische Therapeutin, HP Psychotherapie Systemische Therapie

    • Miriam Tafadal

      Dipl. Pädagogin, Kinder- und Jugendlichentherapeutin (VT) Kinder- und Jugendlichen­psychotherapie

    Soziale Beratung

    • Qadim Baloch

      Sprachmittler, Sozialberater Sprachmittler für Pashtu, Dari, Farsi, Projekt "Wohnraum für Geflüchtete"

    • Urszula Bertin

      Projektassistentin UNVFVT

    • Dorothee Bruch

      Dipl.-Päd. / M.A. Klinische Sozialarbeit Soziale Beratung, Supervision

    • Julia Ebert

      M.A. Erziehungswissenschaft Soziale Beratung

    • Elisabeth Petermichl

      Dipl. Sozialarbeiterin & Sozialpädagogin Asyl- und aufenthaltsrechtliche Beratung, psychosoziale Beratung

    • Leon Rentrop

      Psychosozialer Berater Asyl- und Aufenthaltsrechtliche Beratung Erwachsene, Projektkoordinator BNS

    • Carlotta Trunk

      Werkstudentin

    Jugendberatung

    • Jan Drunkenmölle

      Soziale Beratung/Jugendberatung

    • Emrullah Kaya

      Sprachmittler, Peer-Berater

    • Asmara Tensil

      M.A. Soziokulturelle Studien Soziale Beratung/Jugendberatung B.A. Soziale Arbeit

    AKINDA Netzwerk Einzelvormundschaften

    • Annika Butz

      Politologin, systemische Beraterin Projektmitarbeiterin AKINDA - Netzwerk für Einzelvormundschaften

    • Jana Häseler

      Sozialarbeiterin Projektmitarbeiterin AKINDA - Netzwerk für Einzelvormundschaften

    • Kristina Holzapfel

      M.A. European Studies Projektmitarbeiterin AKINDA - Netzwerk für Einzelvormundschaften

    • Anna Lutteroth

      B.A. Psychologie, M.A. Erziehungswissenschaften AKINDA - Netzwerk für Einzelvormundschaften, Projektleitung Do It - Transfer Bund

    • Kaja Poprawska-Kunze

      Magister Philologie Projektmitarbeiterin AKINDA - Netzwerk für Einzelvormundschaften

    • Ronald Reimann

      Volljurist Teamleitung AKINDA – Netzwerk Einzelvormund­schaften

    • Claudia Schippel

      Ethnologin, Sozialarbeiterin Projektmitarbeiterin AKINDA – Netzwerk Einzelvormund­schaften

    XENION-Mentorenprogramm

    • Mounira Ammar

      M.A. Sozialwissenschaft, B.A. Politikwissenschaft und Amerikanistik Projekt- und Ehrenamtskoordination Mentor:innenprogramm / YOUnite

    • Anouk Fischer

      B.A. Internationale Soziale Arbeit Projekt- und Ehrenamtskoordination Mentor:innenprogramm

    • Fahed Khalili

      Bachelor of Laws (LL.B.) Projekt- und Ehrenamtskoordination Mentor:innenprogramm

    • Anette Koch

      Magister Germanistin, Romanistin Projektleitung Mentor:innenprogramm, Wohnen

    • Nora Kolhoff

      M.A. Politikwissenschaft Projekt- und Ehrenamtskoordination Mentor:innenprogramm / YOUnite

    • Anna Stammnitz

      M.A. Kulturelle Beziehungen und Migration Projekt- und Ehrenamtskoordination Mentor:innenprogramm in Elternzeit

    • Beeke Wattenberg

      M.A. Internationale Migration und interkulturelle Beziehungen Projekt- und Ehrenamtskoordination Mentor:innenprogramm

    Vereinsvormundschaften für unbegleitete Minderjährige

    • Azin Alizadeh Vandchali

      M.A. Intercultural Conflict Management, B.A. Soziale Arbeit Vereinsvormundin

    • Matthias Blanz

      B.A. Soziale Arbeit Vereinsvormund

    • Daniela Harsan

      B.A. Soziale Arbeit; M.A. Soziokulturelle Studien Vereinsvormundin

    • Mara Hiesl

      B.A. Soziale Arbeit Projektleitung Vereinsvormundschaften

    • Karin Schellenberg

      M.A. Ethnologie, B.A. Soziale Arbeit Vereinsvormundin in Elternzeit

    • Adora Udogwu

      B.A. Politikwissenschaften; M.A. Friedens- und Konfliktforschung Vereinsvormundin

    • Donata von der Heydte

      Dipl. Pädagogin Vereinsvormundin

    • Lisa Zeller

      B.A. Soziale Arbeit Vereinsvormundin

    Dolmetschen

    • Karen Avetissian

      Dolmetscher Beeidigter Dolmetscher für Armenisch, Russisch

    • Qadim Baloch

      Sprachmittler, Sozialberater Sprachmittler für Pashtu, Dari, Farsi, Projekt "Wohnraum für Geflüchtete"

    • Nasrin Brandes

      Sprachmittlerin Sprachmittlerin für Farsi, Dari

    • Elena Nowak

      Magister Russistik, Hispanistik Beeidigte Dolmetscherin für Russisch

    • Denis Shatov

      Magister Slawistik, Germanistik Beeidigter Dolmetscher für Russisch

    • Qais Zalmay

      Sprach- und Integrationsmittler für Farsi/Dari

    BNS - Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge

    • Dorothee Bruch

      Dipl.-Päd. / M.A. Klinische Sozialarbeit Soziale Beratung, Supervision

    • Maria Hummel

      M.Sc. Psychologie, Schwerpunkt Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie Psychologische Psychotherapeutin (TfP) in Elternzeit

    • Stephen Ilyas

      Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Psychiater

    • Leon Rentrop

      Psychosozialer Berater Asyl- und Aufenthaltsrechtliche Beratung Erwachsene, Projektkoordinator BNS

    • Lisa Täger

      M.A. Soziale Arbeit Soziale Beratung

    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

    • Vanessa Höse

      Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

    • Hanna Meerheim

      Studentische Werkskraft für Öffentlichkeitsarbeit und Design

    Wohnberatung

    • Qadim Baloch

      Sprachmittler, Sozialberater Sprachmittler für Pashtu, Dari, Farsi, Projekt "Wohnraum für Geflüchtete"

    • Bea Fünfrocken

      Projekt "Wohnraum für Geflüchtete"

  • Unsere Geschichte

    Vereinsgründung in den 1980er Jahren

    1982: Nach geltendem Recht haben politische Geflüchtete und Opfer von Folter und Menschenrechtsverletzungen im deutschen Gesundheitssystem keine Möglichkeit, professionelle Hilfe bei der Bewältigung ihres Schicksals in Anspruch zu nehmen. Diese prekäre Situation veranlasst eine Gruppe von deutschen und ausländischen Ärzt:innen, Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen und Psychotherapeut:innen, die in ihrer täglichen Praxis immer wieder mit der besonderen Not von Geflüchteten konfrontiert sind, eine eigene Initiative auf den Weg zu bringen.

    1986 wird XENION e.V. gegründet. Der Verein ist die erste Berliner Einrichtung, die sich politischen Geflüchteten und gefolterten Menschen mit ihren besonderen psychischen Problemen zuwendet. Der Begriff „xenion“ stammt aus dem Alt-Griechischen und bedeutet „Gastfreundschaft in der Fremde“. XENION nimmt mit ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen die Arbeit auf. Von Beginn an ist der Zulauf von Hilfe suchenden Geflüchteten groß.

    Im Juni 1987 findet die offizielle Eröffnung der psychotherapeutischen Beratungsstelle XENION in der Zillestr. 104 in Charlottenburg statt. XENION wird vom Verein Psychosoziale Hilfe für politisch Verfolgte getragen. Die Mitglieder setzen sich schon seit Jahren für Verfolgte, Geflüchtete und Folteropfer ein und bieten nun auf ehrenamtlicher Basis soziale Beratung und Therapie an. Das Startkapital in Höhe von 17.000,– DM stiftete das Netzwerk Selbsthilfe e. V. Eine Finanzierung aus öffentlichen Mitteln musste politisch erst noch durchgesetzt werden.

    1988 erhält XENION erstmals finanzielle Unterstützung durch den Senator für Gesundheit und Soziales der Stadt Berlin. Weitere Gelder kommen von der Stiftung Solidarische Welt. Dem Trägerverein von XENION wird die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

    XENION nimmt Fahrt auf. Aufbau und Professionalisierung in den 1990er Jahren

    1990 stellt die Europäische Gemeinschaft zum ersten Mal Gelder für XENION zur Verfügung. Die Entscheidung wird zum Grundstein für die langfristige finanzielle Absicherung unserer Arbeit.

    1991 startet XENION die Gemeinschaftsinitiative HORIZON, die eine gezielte Förderung und Integration von jungen Geflüchtete ermöglicht. Neben der psychotherapeutischen Arbeit können Jugendliche nun weitere Angebote in Anspruch nehmen: eine Ausbildungsberatung, berufsvorbereitende Maßnahmen sowie berufsspezifische Lehrgänge.

    1992 führt XENION erstmals ein besonderes Trainingsprogramm für Dolmetscher:innen durch, die im Bereich transkulturelle Psychotherapie und -beratung tätig sind. Das Projekt hat modellhaften Charakter und ist einmalig in Deutschland. Es schließt eine Lücke in der psychosozialen Versorgung von Menschen aus anderen Kulturkreisen, die Deutsch nur unzureichend beherrschen und daher von der psychosozialen Regelversorgung für deutschsprechende Menschen ausgeschlossen sind.

    1997 tritt XENION der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e.V. (BAfF) bei. Erstmalig wird XENION durch den Voluntary Fund for Victims of Torture (UNVFVT) der Vereinten Nationen gefördert.

    Einführung von Ehrenamtsprojekten und Diversifizierung. Die 2000er Jahre

    2000 beginnt zusammen mit dem Südost Europa Kulturverein die Planung und Durchführung eines deutsch-bosnischen (später kosovarischen) Fachaustauschs.

    2002 feiert XENION sein 15-jähriges Bestehen mit Kolleg:innen, Weggefährt:innen, Unterstützer:innen und Gästen aus dem In- und Ausland. Am 1. Juli nimmt XENION das Projekt Krisendienst für traumatisierte Flüchtlinge und Folteropfer in sein Angebot auf.

    2003 nimmt XENION das Netzwerk Einzelvormundschaften AKINDA (Ausländische Kinder in Deutschland – Allein) für unbegleitete minderjährige Geflüchtete als Projekt auf. Private Einzelvormund:innen setzen sich für Kinder und Jugendliche ein, die alleine in Berlin leben und in besonderem Maße Schutz benötigen.
    Im selben Jahr beginnt XENION, Ehrenamtliche verstärkt in die Arbeit von XENION zu integrieren. Es beginnt ein ehrenamtlich durchgeführter Deutschkurs; das Mentor:innenprojekt entsteht: Geschulte ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren übernehmen die Begleitung und Alltagsunterstützung von XENION-Klient:innen und anderen jungen, erwachsenen Geflüchteten.

    2004 findet XENION eine neue Heimat im Haus der Diakonie in der Paulsenstr. 55/56 in Berlin-Steglitz.

    Seit 2005 beteiligt sich XENION gemeinsam mit dem Behandlungszentrum für Folteropfer e.V. (heute: Zentrum ÜBERLEBEN gGmbH) an Weiterbildungen für Therapeut:innen, Psycholog:innen und Ärzt:innen in Zusammenarbeit mit der Ärzte- und Psychotherapeutenkammer sowie an Fortbildungen für Richter:innen.

    2007 wird EXIL BERLIN – Verein zur Förderung von XENION – Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. gegründet und als gemeinnützig anerkannt. Zweck des Vereins ist die ideelle und finanzielle Förderung von XENION – Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. und dessen Projekten.

    2008 wird XENION im Rahmen des Berliner Netzwerks für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge (BNS) zur Fachstelle für traumatisierte Geflüchtete. Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, die EU-Richtlinie 2003/9/EG umzusetzen, in der Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerber:innen in den Mitgliedsstaaten festgelegt werden.

    Steigende Zuwanderungszahlen und ihre Herausforderungen: Die Ausweitung unserer Arbeit seit 2010

    Ab 2013 steigen die Anfragen von Geflüchteten, die psychotherapeutische Behandlung suchten, sprunghaft an und erreichen von Jahr zu Jahr neue Höchststände. Mit Hilfe verschiedener Stiftungen und Nothilfeprogrammen aktiviert XENION zunächst die Potenziale seiner Ehrenamtlichen-Netzwerke, um zumindest mit niedrigschwelliger Unterstützung auf die akute Herausforderung reagieren zu können. XENION vernetzt sich vor allem im Berliner Südwesten mit engagierten Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen und anderen Sozialtätigen.

    Mai 2014 gründet sich das „Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf“, in dem XENION von Anfang an aktiv engagiert ist. Im darauffolgenden „Sommer der großen Solidarität“ mit Geflüchteten wächst das Netzwerk an ehrenamtlichen Professionellen aus dem psychosozialen Bereich auf 70 Personen an, die in Zusammenarbeit mit dem bezirklichen Gesundheitsamt von XENION fachlich betreut und koordiniert werden. Durch die aufsuchende Arbeit in Sammelunterkünften macht das Projekt den sehr schwierigen Zugang zum deutschen Gesundheitssystem möglich.  Das Engagement von Ehrenamtlichen wird damit neben dem Mentor:inneenprogramm und AKINDA nun auch in der psychosozialen Versorgung zu einer unverzichtbaren Säule der Arbeit von XENION.

    2016 (25. April) Dem Netzwerk Einzelvormundschaften AKINDA wird das PHINEO-Wirkt Siegel verliehen. PHINEO stellt fest, dass Einzelvormundschaften nachhaltig dazu beitragen, dass die jungen Menschen im neuen Land Fuß fassen. AKINDA fülle diese Aufgabe mit Leben und sorge für die Verbreitung der Idee. So würde mit der Einzelvormundschaft eine sehr sinnvolle Institution verbreitet und gestärkt.

    2016 (Juni) gründete sich das Netzwerks Vormundschaft (NWV). Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von sozialen Trägern der Wohlfahrtspflege und anerkannten Trägern der Jugendhilfe, die vielfältige Kompetenzen, Erfahrungen und ehrenamtliches Potenzial in den Bereichen Betreuungen/ Vormundschaften und Flüchtlingshilfe mitbringen. Es wird gefördert von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft sowie dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin

    2016 (August) Ermächtigung der neu gegründeten gemeinnützigen Gesellschaft „Gesundheitszentrum für Flüchtlinge“ (GZF gGmbH) für die Behandlung von Geflüchteten. Gemeinsam mit der PIBB – Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg gründet XENION ein Gesundheitszentrum für Flüchtlinge (GZF), das als psychosoziale Einrichtung mit einer fachlich-medizinischen Leitung als Anlaufstelle fungieren soll. Mit dieser Initiative werden Teile der Gesundheitsversorgung für Geflüchtete nun auch von den Kostenträgern der Gesundheitsversorgung übernommen. Unter Nutzung der Ressourcen dieser Kooperation können somit umfassende Therapiekonzepte mit medizinisch-pharmakologischen, (methodenübergreifend-integrativen) psychotherapeutischen, sozialen und pflegerischen Interventionen sowie ergänzende Therapiemaßnahmen Geflüchteten zugänglich gemacht werden. Damit entsteht ein Therapieansatz, der auch schwer psychisch erkrankten Flüchtlingen eine adäquate und effektive Versorgung erschließt.

    2016 (Oktober): Aufnahme der Tätigkeit als Vormundschaftsverein. Mit der Übernahme der Vormundschaften für 75 unbegleitete minderjährige Geflüchtete nimmt der Verein XENION – Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. seine Tätigkeit als Vormundschaftsverein auf. Die Tätigkeit wird durch das Jugendamt Steglitz-Zehlendorf gefördert und fachlich begleitet.

    2016 (16. Dezember) Verleihung der Helene-Medaille.
    XENION wird für seine Arbeit von der Stiftung Oskar-Helene-Heim mit der Helene-Medaille 2016 ausgezeichnet. Die Stiftung würdigt und unterstützt mit diesem Preis vorbildliches Engagement im medizinisch-sozialen Bereich. Sie lobt die engagierte und fachkompetente Beratung und Behandlung von traumatisierten Geflüchteten und Überlebenden von Folter und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen.

    2016 Beginn der systematischen Entwicklung eines Bereichs Schulung und Fortbildung. Mit dem Anwachsen der Zugangszahlen von Geflüchteten ab 2015 entscheiden sich viele Sozialträger, ihre Versorgungsleistungen für Geflüchtete zu öffnen. Im gleichen Maße steigt die Nachfrage nach Fortbildungen, Schulungen und der Weitergabe von Erfahrungswissen, mit dem Ziel der Öffnung sozialer Dienste und Gesundheitsdienste für Geflüchtete.

    2016: Einführung eines eigenen Bereichs für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Im Zusammenhang mit den verschärften Unterbringungsbedingungen für Geflüchtete machen wir die Beobachtung, dass sich diese Situation besonders auf Kinder und Jugendliche extrem belastend auswirkt. Die Anfrage nach Psychotherapien für Kinder steigt immens an. Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie wird als eigener Bereich eingeführt.

    2017 Einrichtung eines zweiten Standorts. Der enorm gestiegene Nachfragedruck bringt uns bereits Anfang 2016 an die Auslastungsgrenze unserer personellen Möglichkeiten. Wir versuchen mit der Anpassung unseres Angebots und der Ausweitung unserer Kapazitäten auf die veränderte Situation zu reagieren. Dank finanzieller Unterstützung von privaten und öffentlichen Geldgebern kann Anfang 2017 ein zweiter Standort in den Räumen der Dudenstraße 78 in Schöneberg eingerichtet werden. Dies ist vor allem einer Initiative aus dem Berliner Abgeordnetenhaus zu verdanken, die für eine Aufstockung der Fördermittel für XENION sorgte.

    2017 In Anbetracht der großen und wichtigen Veränderungen der vorangegangenen Jahre mussten auch die bestehenden Leitungsstrukturen verändert werden. Die bisherige Lösung der fachlichen und geschäftsführenden Leitung aller Projekte des Vereins in der Hand von zwei (teilzeitbeschäftigten) Personen war nicht mehr tragfähig. Entsprechend wurde eine eigene kaufmännische Leitung in das Geschäftsleitungsteam geholt und eine Ebene von Bereichskoordinator:innen mit Leitungskompetenz wurde als Mittelbau zur Entlastung der Geschäftsleitung eingeführt.

    2021 wird mit den Mitteln der Senatverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eine psychotherapeutische Sprechstunde eingeführt, um die hohe Nachfrage während nach dem Ankommen in Berlin und vor Abschluss des Clearing-Verfahrens aufzufangen. Die Sprechstunde konnte 2022 weiter ausgebaut werden.

    2022 wird die Jugendsprechstunde bei XENION eingeführt, um ein spezifisches Beratungsangebot für die Zielgruppe von jungen Geflüchteten bis 21 Jahren oder darüber hinaus zu schaffen.