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Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte
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Good Practice in Care for Victims of Torture

EU-Evaluationsprojekt für die Arbeit mit Folteropfern

Zwischen September 2008 und Februar 2010 waren Mitarbeiterinnen von XENION an einem einzigartigen Selbs-Evaluationsproject beteiligt. Zentrale Ziele waren die Entwicklung von europäischer Normen in Bereichen der Dokumentation, des Trainings, der Prävention und des Lobbyings in der Arbeit mit Folteropfern. Finanziert wurde das Projekt vom European Refugee Fund der Europäischen Kommission.

Neben XENION nahmen fünf weitere europäische Rehabilitationszentren als Projektpartner teil - Equator/Amsterdam, Exil/Barcelona, ICAR/Bucharest, Primo Levi/Paris und ZEBRA Graz. Die Koordination übernahm die BAFF, die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer in Deutschland. Begleitet wurde das Projekt von zwei erfahrene exterenen Evaluatoren der FU Berlin un der Ulter University in Nord Irland.

Im Zuge des Projektes kam es zu drei großen Treffen, in denen zwei VertreterInnen der jeweiligen Zentren in die Methoden der Selbstevaluation eingeführt wurden. In jedem dieser Arbeitstreffen erhielten die LeiterInnen neue Aufgabenstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten für das Team, die an den dafür vorgesehenen Teamtagen zu erfüllen waren.

Diese Teamtage wurden von den Beteiligten in den Zentren geschätzt, weil sie auf eine neue, bisher ungewohnte Weise die eigene Arbeit beleuchteten und gleichzeitig einen Blick auf die Arbeitsweise anderer KollegInnen in anderen Rehabilitationszentren ermöglichte und so einen Vergleich zuließ.

In allen Zentren engagieren sich KollegInnen aus unterschiedlichen
Berufsgruppen für eine adäquate Behandlung für Opfer von Folter, Krieg und politischer Verfolgung. Die Probleme mit denen sie dabei konfrontiert werden, sind manchmal ähnlich, dann wieder aufgrund von unterschiedlichen historischen Entwicklungen, Konzepten und strukturellen Rahmenbedingungen in den verschiedenen Zentren und Ländern unterschiedlich.

Wichtig war für die Beteiligten auch zu sehen, was in den einzelnen Zentren in den letzten Jahren bisher schon erreicht und umgesetzt werden konnte und welche positiven und erfolgreichen Methoden und Verfahren durchaus in die eigene Arbeit aufgenommen und umgesetzt werden könnten.

Ansprechpartnerin
Dipl Psych. Silvia Schriefers
Freie Pdsychotherapeutin bei XENION
Tel.: 03 31 01 2463
Silvia.Schriefers@baff-zentren.org

Klaus Kordon las für Flüchtlinge

- Lesung von Klaus Kordon am 11. Juni in der Galerie Ori -


XENION - Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. veranstaltete eine Lesung mit dem preisgekrönten deutschen Author Klaus Kordon. Er las aus seinem Roman "Krokodil im Nacken". Eine Bericht und Bilder von der Verstaltung finden Sie hier.

Krokodil  im Nacken

 

Video: Ausweg aus der Angst

Ausweg aus der Angst - Hilfe für traumatisierte Kinder

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Ein Beitrag von Angelika Wörthmüller.


Am 25.03.09 im Wissenschaftsmagazin nano auf 3sat (http://www.3sat.de/nano/)
und 20.04.09 in „OZON - Aus Wissenschaft und Umwelt" im rbb Fernsehen.
(http://www.rbb-online.de/ozon/archiv/ozon_vom_20_04_2009/ausweg_aus_der_angst.html)

Zittern, Herzrasen, Schweißausbrüche: Schon der kleinste Auslöser kann Traumapatienten an grauenvolle Erfahrungen erinnern. Besonders schlimm ist das für Kinder, die in Kriegsgebieten Schreckliches erlebt haben.
Wenn kein normales Leben mehr möglich ist, weil zu Hause, in der eigenen Heimat plötzlich Krieg ist, dann gehören Angst und Schrecken zum Alltag. Am schlimmsten sind die Folgen für Kinder.

Annas Familie wurde in Georgien Opfer ethnischer Konflikte. Anna war damals erst acht. Noch heute braucht sie Schutz, auch vor der Kamera, denn ihr wurde Schlimmes angetan.
Egal wo Anna gerade ist, ganz plötzlich können alte Erinnerungen aufsteigen, Bilder aus der traumatisch erlebten Zeit. Eine überwältigende Angst kommt dann in ihr auf.

Menschen, die etwas unfassbar Schockierendes erlebt haben, erleiden ein Trauma.
Normale Verarbeitungsmuster im Gehirn funktionieren dann nicht mehr.
"Eine Zeit lang hat man gar nicht gewusst, wie man posttraumatische Stresserkrankungen behandeln sollte", sagt Prof. Mathias Berger vom Universitätsklinikum Freiburg. "In Deutschland ist das erst 1990 mit der Flugzeugkatastrophe von Rammstein bekannt geworden. Damals wusste noch kein Arzt oder Psychologe über dieses Krankheitsbild bescheid." Mit dem Verstehen der neurobiologischen Vorgänge im Gehirn habe sich eine differenzierte, psychologische und psychotherapeutische Behandlung entwickelt.
Kinder verarbeiten ihre Erfahrungen oft, indem sie Bilder malen, weiß Elise Bittenbinder vom Berliner Verein Xenion. Die Psychotherapeutin betreut Kinder und Jugendliche, die unter Kriegstraumata leiden.

Sprechen konnte Anna anfangs nicht über das Grauen in Georgien, aber malen - düstere Bilder von schwarzen Männern und von ihrem damals einzigem Weggefährten, ihrem Stoffhasen. Er hatte in der Therapie eine besondere Bedeutung, war das Tor zur Erinnerung.

 

Von der Proklamation gegen Folter zum berufsrechtlichen Verbot

Berliner Psychotherapeutenkammer verankert das
Verbot der Folter in der Berufsordnung


Die Berichte und Bilder aus Guantánamo und Abu Ghuraib haben uns in den letzten Jahren vor Augen geführt, dass die Folter auch im 21. Jahrhundert nicht geächtet ist, sondern in allen ihren schrecklichen Formen auch in und durch Staaten ausgeübt wird, die sich den Menschenrechten nicht grundsätzlich verweigern und demokratisch organisiert sind. Neben der körperlichen Folter werden mehr und mehr psychologische Methoden zur Zerstörung der Persönlichkeit von Menschen und zur Brechung ihres Willens benutzt.

An der Entwicklung und Durchführung dieser Methoden sind Angehörige der verschiedenen Heilberufe beteiligt, vor allem Ärzte und Psychologen.

Auch in Deutschland wird versucht, die Grenze zur Folter zu verschieben oder aufzuheben. Zu erinnern ist hier an die Folterdrohung des Frankfurter Polizeipräsidenten Däschner und die anschließende Diskussion zur Akzeptanz von Folter „in bestimmten Situationen". Ein Argument zur Relativierung der Folterdrohung war, dass selbstverständlich medizinisches Personal anwesend seien müsse. Aber auch an anderer Stelle weiß man den „Nutzen" der Folter zu schätzen, etwa wenn Geheimdienstangehörige Menschen, die in syrischen Foltergefängnissen über Monate gefangen gehalten werden, vor Ort „vernehmen".

Verdienstvollerweise hat der 12. Deutsche Psychotherapeutentag im Mai 2008 eine Proklamation gegen die Folter verabschiedet, nachzulesen auf der Internetseite der Bundespsychotherapeutenkammer (www.bundespsychotherapeutenkammer.de). Dort findet man auch Hin-tergrundinformationen zum Thema.

Diese Proklamation hat aber keine unmittelbare rechtliche Wirkung. Auf Initiative des Ausschusses „Berufsordnung, Ethik, Menschen- und Patientenrechte" hat die Delegiertenversammlung der Berliner Psychotherapeutenkammer am 26.3.2009 die folgende Ergänzung der Berufsordnung in § 3 beschlossen:
BO § 3 Abs.4: Psychotherapeuten beachten die Menschenrechte. Insbesondere ist ihnen die aktive und passive Beteiligung an physischer und psychischer Folter verboten. Dazu gehört auch die Begleitung und Beratung bei der Anwendung der Folter, die Drohung mit ihrer Anwendung und die wissenschaftliche Erforschung und Entwicklung von Foltertechniken.

Damit ist Psychotherapeuten nicht nur die aktive und passive Beteiligung an Folter verboten, zugleich besteht dadurch für die Kammer die Möglichkeit der Sanktion bis hin zum Entzug der Approbation, sollte ein Angehöriger der Kammer gegen dieses Verbot verstoßen.

Download Proklamation gegen Folter (PDF)
Download Hintergrundinfo zur Proklamation gegen Folter (PDF)

Bilder vom Xenion Sommerfest

 Mentee & Mentorin

Veröffentlichung in der UNO-Flüchtlingshilfe

Ein Artikel in der Aprilausgabe 2008 der UNO-Flüchtlingshilfe e.V. berichtet vom XENION Mentorenprojekt und dem Engagement von vielen Berliner Ehrenamtlichen.

"Das Wichtigste ist, nicht alleine zu sein"

 

 

Die rbb Reportage

Fern der Heimat
Flüchtlingskinder in Berlin

Am 2.4.08 um 22.05 Uhr im RBB Fernsehen

Die letzte Erinnerung an Afrika ist ein kleines Giraffenbaby und die Mutter, die am Brunnen steht und winkt. Sonayan war zwölf Jahre alt, als sie nach einer sechswöchigen Flucht nach Berlin kam. Allein. Hundyu war ein Krieger und musste mit neun Jahren auf andere Kinder schießen. Sein Onkel verhalf ihm zur Flucht. Seit kurzem lebt er in Berlin. Allein. Sonayan und Hundyu sind zwei von fast 10 Millionen Kindern, die nach einer Studie von UNICEF auf der Flucht sind. Flucht vor Krieg, vor Mord, Hunger. Manche von ihnen wurden an Schlepperbanden verkauft, um in Europa für die Familie Geld zu verdienen. Wenn sie auf dem Flugplatz Schönefeld ankommen, werden sie zunächst in Polizeigewahrsam genommen, sehen das neue Land durch Gitter.
Die Reportage begleitet Flüchtlingskinder auf ihrem Weg durch die Behörden bis hin zum Übergangsheim in Pankow, wo sie in den ersten Monaten leben werden. Einige von ihnen waren Kindersoldaten und werden durch das Zentrum für Folteropfer betreut. Dort lernen sie wieder Kind zu sein, ihre traumatischen Erlebnisse zu vergessen, ihr Heimweh und die Sehnsucht nach ihren Eltern zu bewältigen. Der Verein XENION vermittelt Vormünder, die den Kindern einen Familienersatz bieten, ihnen zum ersten Mal das Gefühl geben, wieder ein Zuhause zu haben, eine Zukunft. Roberto aus Somalia ist heute 16 Jahre alt und für viele Neuankömmlinge der große Bruder. Er zeigt den "kleinen Neuen" ihre neue Heimat, besucht mit ihnen Sportvereine, Schulen und zeigt ihnen - wenn möglich - den ersten Schnee.

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