XENION Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V.

Zahlen & Fakten

XENION war 1986 die erste spezialisierte Einrichtung zur Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen und hat auf dem Gebiet der Traumabehandlung, Verifizierung und Dokumentation von Folterfolgen Pionierarbeit geleistet.

XENION betreute im 27. Jahr seiner Existenz 840 KlientInnen, die in ihren Heimatländern Opfer extremer und systematischer Verletzung fundamentaler Menschrechte durch organisierte Gewalt geworden sind. 157 dieser KlientInnen berichteten von Folter und zeigten physische und psychische Spuren extremer Misshandlung.

Belastungsfaktoren – Gründe für therapeutische Behandlung

Unsere KlientInnen sind AsylbewerberInnen, die nicht nur mit ihren früheren “Verwundungen” fertig werden müssen, sondern auch mit dem Trauma des Exils. Die folgende Übersicht gibt Auskunft über die Gründe von Flucht und Behandlungsbedarf 2013.

Belastungsfaktoren

Anzahl KlientInnen
mit dieser Erfahrung

Prozent

Exil

157

100,00

Folter

157

100,00

(Bürger-) Krieg

98

61,15

Politische Verfolgung

88

56,05

Politische Haft

47

29,94

Grobe Misshandlung

44

28,03

Ethnische Verfolgung

36

22,93

Körperliche Verletzung

36

22,93

Traumatische Flucht

28

17,83

Aktiver Kampfeinsatz

13

8,28

Sexueller Missbrauch

11

7,01

Innerstaatliche Vertreibung

8

5,10

Religiöse Verfolgung

8

5,10

Rassistische Diskriminierung im Herkunftsland

2

1,27

Frauenspezifische Verfolgung

2

1,27

Andere traumatische Erfahrungen

7

4,46

Hauptherkunftsländer und ethnische Zugehörigkeit

Die nachfolgende Abbildung gibt die Hauptherkunftsländer unserer Klientinnen und Klienten im Jahr 2013 wieder.

Im Jahr 2013 wurden in unserem Zentrum insgesamt 840 KlientInnen psychotherapeutisch versorgt bzw. erhielten psychosoziale Unterstützung. Sie kamen aus 37 verschiedenen Ländern, 517 (61,55%) waren Männer und 323 (38,45%) Frauen. 558 der 840 KlientInnen stammen aus der Russischen Föderation. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 66,43 % des Gesamtklientels.

Herkunftslaender

Folteropfer

2013 kamen insgesamt 157 KlientInnen mit Foltererfahrungen im engeren Sinne zu uns, dies entspricht 18,69 % der Gesamtgruppe aller KlientInnen.

Psychologische/Psychiatrische Diagnosen

Folter und andere extreme Belastungen hinterlassen typische psychische Folgeschäden. Diese lassen sich in der Sprache klinischer Diagnostik ausdrücken. Die häufigsten psychischen Störungen, die im Jahr 2013 bei der Gruppe der gefolterten KlientInnen vergeben wurden, waren psychische Reaktionen auf extreme Belastungen. Von den 157 von uns behandelten KlientInnen aus dieser Gruppe wiesen 88 (56,05%) eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1) auf. Weitere häufige (Erst-)Diagnosen finden Sie in nachfolgender Tabelle.

Hauptdiagnose

Absolut

Prozent

Posttraumatische Belastungsstörung

88

56,05

Affektive Störung

44

28,06

Suizidalität

34

21,66

Depression und Angst gemischt

35

18,82

Anhaltende Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung

12

7,64

Anpassungsstörung

7

4,46

Angststörung

7

4,46

Zustand nach Suizidversuch

4

0,53

Psychische- und Verhaltensstörung

3

1,91

Somatische Symptome

1

0,64

Andere Reaktionen auf extreme Belastung

2

1,27

Hier finden Sie den ausführlichen Jahresbericht von XENION 2013.

Download ausführlicher Jahresbericht

XEjahresbericht-2015NION-Jahresbericht 2015 (PDF, 960 KB)