Ausweg aus der Angst - Hilfe für traumatisierte Kinder
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Ein Beitrag von Angelika Wörthmüller.
Am 25.03.09 im Wissenschaftsmagazin nano auf 3sat (http://www.3sat.de/nano/)
und 20.04.09 in „OZON - Aus Wissenschaft und Umwelt" im rbb Fernsehen.
(http://www.rbb-online.de/ozon/archiv/ozon_vom_20_04_2009/ausweg_aus_der_angst.html)
Zittern, Herzrasen, Schweißausbrüche: Schon der kleinste Auslöser kann Traumapatienten an grauenvolle Erfahrungen erinnern. Besonders schlimm ist das für Kinder, die in Kriegsgebieten Schreckliches erlebt haben.
Wenn kein normales Leben mehr möglich ist, weil zu Hause, in der eigenen Heimat plötzlich Krieg ist, dann gehören Angst und Schrecken zum Alltag. Am schlimmsten sind die Folgen für Kinder.
Annas Familie wurde in Georgien Opfer ethnischer Konflikte. Anna war damals erst acht. Noch heute braucht sie Schutz, auch vor der Kamera, denn ihr wurde Schlimmes angetan.
Egal wo Anna gerade ist, ganz plötzlich können alte Erinnerungen aufsteigen, Bilder aus der traumatisch erlebten Zeit. Eine überwältigende Angst kommt dann in ihr auf.
Menschen, die etwas unfassbar Schockierendes erlebt haben, erleiden ein Trauma.
Normale Verarbeitungsmuster im Gehirn funktionieren dann nicht mehr.
"Eine Zeit lang hat man gar nicht gewusst, wie man posttraumatische Stresserkrankungen behandeln sollte", sagt Prof. Mathias Berger vom Universitätsklinikum Freiburg. "In Deutschland ist das erst 1990 mit der Flugzeugkatastrophe von Rammstein bekannt geworden. Damals wusste noch kein Arzt oder Psychologe über dieses Krankheitsbild bescheid." Mit dem Verstehen der neurobiologischen Vorgänge im Gehirn habe sich eine differenzierte, psychologische und psychotherapeutische Behandlung entwickelt.
Kinder verarbeiten ihre Erfahrungen oft, indem sie Bilder malen, weiß Elise Bittenbinder vom Berliner Verein Xenion. Die Psychotherapeutin betreut Kinder und Jugendliche, die unter Kriegstraumata leiden.
Sprechen konnte Anna anfangs nicht über das Grauen in Georgien, aber malen - düstere Bilder von schwarzen Männern und von ihrem damals einzigem Weggefährten, ihrem Stoffhasen. Er hatte in der Therapie eine besondere Bedeutung, war das Tor zur Erinnerung.